Werte Zschopau 1977

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Nordöstlich der Krumhermersdorfer Feldgüter geht aus einem steilen, fingerförmig zerschluchteten Hang der Nesselgrund hervor, dessen Wasser sich abwärts mit dem Krumhermersdorfer Bach vereinigt (1) und unweit des Bahnhofes Waldkirchen in die Zschopau mündet. Das schöne Tal wird verhältnismäßig wenig begangen. In den unteren Abschnitt führte Oskar Seidel, der Verfasser der Zschopauer Flora (1900), seine Naturfreunde, um ihnen Mondviole (Lunaria rediviva) und Haselwurz (Asarum europaeurn) zu zeigen, die heute nicht mehr gefunden werden. Die oberen Gründe zeichnen sich durch größere Anemonen- und Himmelschlüsselbestände aus. Über den mittleren Talabschnitt erhebt sieh der sonnenreiche Hang des Hölzels. Wo der Weg von Börnichen nach Zschopau den Nesselgrund schneidet, liegt das von Krumhermersdorfer Bürgern geschaffene Freibad.
Im oberen Nesselgrund mündet, von der unteren Neunzehnhainer Talsperre kommend, der durch den Börnichener Rücken geführte, fast 3 km lange erste Wasserstollen der Karl-Marx-Städter Trinkwasserleitung aus. Von hier wird das Wasser hangparallel in einem 1.242 m langen Kanal in Richtung auf die Hofgüter von Krumhermersdorf geleitet, überquert in einem 103 m langen und bis 11 m hohen Aquädukt den Krumhermersdorfer Dorfbach, verschwindet jenseits in einem 340 m langen Stollen und fließt von dort in einem weiteren rund 1 km langen Kanalstück der Druckrohrleitung über die Zsehopau zu.